Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom nutzen bereits 82 % der 10 bis 11-jährigen ein Smartphone. Von den 10 bis 18-Jährigen wird das Handy vor allem zum Musik-Streaming (88 %) und Abspielen von Videos (87 %) genutzt. Welche Folgen kann dieses Verhalten haben und welche Nutzungsdauer ist je nach Altersklasse angemessen?

Es deutet einiges darauf hin, dass die vermehrte Nutzung von digitalen Endgeräten in jungen Jahren möglicherweise negative gesundheitliche Folgen hat. So ließ beispielsweise die groß angelegte BLIKK-Studie mit mehr als 5500 Kindern einen Zusammenhang zwischen erhöhten Medienkonsum und Entwicklungsproblemen wie Sprachentwicklungsstörungen, Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen erkennen. Jungen waren der Studie zufolge signifikant häufiger betroffen als Mädchen. Allerdings lässt sich aus den Daten kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang herleiten. Denkbar ist auch, dass Kinder mit diesen Auffälligkeiten überdurchschnittlich häufig digitale Endgeräte verwenden. Darüber hinaus beruhen die Daten auf keiner medizinischen Diagnose, sondern Beobachtungen der Erziehungsberechtigten.

Wenn solche Aussagen gelesen werden, wird häufig gefragt, welche Nutzungsdauer denn nun angemessen und gesundheitlich unbedenklich ist? Nach Aussage von Schau Hin!, einer Initiative des Bundesfamilienministeriums, das ZDF, das Erste und TV Spielfilm, soll ein Kind erst ab einem Alter von etwa 11 Jahren für ein eigenes Smartphone alt genug sein. Sollten Kinder früher ein Handy benutzen, so erscheint es sinnvoll die Empfehlungen von Schau Hin! zu beachten.

Handynutzung je nach Altersklasse:

0-3 Jahre: keine Handynutzung

3-5 Jahre: max. 30 Minuten

6-9 Jahre: max. 60 Minuten

Ab 10 Jahren: individuelle wöchentliche Nutzungsdauer festlegen

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Mobiltelefon nicht mehr als 10 Minuten Medienzeit pro Tag und Lebensjahr oder eine Stunde pro Lebensjahr und Woche genutzt werden sollte. Aber auch hier muss auf einen reflektierten Konsum geachtet werden. Denn neben der Nutzungsdauer ist auch der konsumierte Inhalt wichtig und setzt eine reflektierte Medienkompetenz voraus und das muss erlernt werden!