Aktuell ist die Versorgung der Schüler*innen mit zusätzlichen Laptops und Tablets eines der Hauptziele. Durch die vermehrte Anschaffung von Endgeräten prägt die Digitalisierung der Bildung jedoch nicht nur die Schulen, sondern auch unsere Umwelt. Denn für die Produktion von Tablets, Laptops und Co. werden nicht zu unterschätzende Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt. 

Welche Ressourcen stecken eigentlich in unseren mobilen Endgeräten?

Die Ressourcen, die für ein mobiles Endgerät benötigt werden, sind je nach Gerätetyp unterschiedlich. Für den Bau eines Smartphones werden ca. 60 unterschiedliche Stoffe benötigt! Dabei besteht das Gehäuse aus Kunststoff, das in den meisten Fällen aus Rohöl gewonnen wird. Die Akkus, Leiterplatten, Kabel und Kontakte werden aus verschiedenen Metallen wie beispielsweise Kupfer, Kobalt sowie Silizium gefertigt und das Display besteht aus Keramik und Glas. Der Verbrauch dieser und weiterer natürlicher Ressourcen steigt jährlich an. Durch den erhöhten Bedarf werden die Reserven der Erde aufgebraucht, welche seit Millionen von Jahren durch natürliche Weise gespeichert wurden. Berechnet wird dieser Verbrauch und der damit verbundene Erdüberlastungstag, jährlich vom Global Footprint Network. Im Jahr 1987 fiel der globale Erdüberlastungstag auf den 19 Dezember und im Jahr 2019 waren die Reserven bereits am 29. Juli erschöpft. 

Jedes digitale Endgerät besitzt einen ökologische Rucksack

Um den Rohstoffverbrauch von Produkten vergleichen zu können, hat das Wuppertaler Institut für Klima. Umwelt und Energie den ökologischen Rucksack, ein weit verbreitetes Instrument, entwickelt. Der ökologische Rucksack beschreibt einen in Kilogramm gemessenen Materialbedarf, der über den gesamten Lebenszyklus eines Geräts hinweg berechnet wird. Für diese Berechnung wird das MIPS-Konzept (Materialinput pro Serviceeinheit) betrachtet. Der Lebenszyklus setzt sich dabei aus der Gewinnung der Rohstoffe, der Verarbeitung, der Verpackung, dem Transport, dem Gebrauch bis hin zur letztendlichen Entsorgung zusammen. Neben dem Verbrauch von Ressourcen wird auch der Treibhausgasausstoß sowie andere Umweltprobleme mit eingerechnet. Je weniger Ressourcen für den gesamten Lebenszyklus eines digitalen Geräts benötigt werden, desto weniger wiegt der ökologische Rucksack und umso geringer ist die Umweltbelastung. Laut der Berechnung des Wuppertaler Institut besitzt beispielsweise ein 80g schweres Smartphone einen ökologischen Rucksack von ca 75kg! Allein die Rohstoffe zur Produktion des Handys wiegen bereits das 500-fache des gesamten Geräts. Das liegt daran, dass der ökologische Rucksack eines 0,09g schweren Chips mit 20 kg zu Buche schlägt.

Mit den R-Regeln den Konsum reflektieren

Auch wenn die Angaben des Wuppertaler Instituts beim Kauf eines neuen Geräts herangezogen werden können, ist es uns als Verbraucher*in leider nicht immer zu 100% möglich, das Gewicht des ökologischen Rucksacks für jedes unserer Elektrogeräte festzustellen. Dennoch kann der Konsum reflektiert und mit Hilfe der R-Regeln (Rethink, Reduce, Repair, Recycle) können nachhaltige Entscheidungen getroffen werden.

Rethink: Das eigene Handeln reflektieren.

Reduce: Bewusst den Konsum reduzieren.

Reuse: Gebrauchte Geräte einkaufen oder nicht mehr benötigte Geräte verkaufen, verschenken oder spenden.

Repair: Wenn möglich, die Geräte reparieren.

Recycle: Wenn keine Reparatur mehr möglich ist, auf eine angemessene Entsorgung achten.