Hate Speech ist digitale Gewalt, die zum Ziel hat, in Form von aggressiver Sprache andere Menschen zu verletzen. Durch Hate Speech können Angriffe, Beschimpfung und Hass geäußert werden. Dabei werden ganz gezielt ausgewählte Menschengruppen gedemütigt und beleidigt. In den meisten Fällen handelt es sich um rassistische, antisemitische, islamfeindliche, sexistische sowie homo- und transphobe Äußerungen.

Es kann also immer dann von Hate Speech gesprochen werden, wenn jemandem aufgrund seiner Zugehörigkeit einer bestimmten Gruppierung Wertschätzung oder Gleichberechtigung verwehrt wird. Laut einer Studie der Hertie School of Governance (2019) nimmt Hate Speech immer dann zu, wenn es sich um klare politische Äußerungen und Positionierungen handelt. Aus diesem Grund sind besonders viele politisch ausgerichtete Organisationen aber auch Institutionen davon betroffen. 

Durch Hate Speech entsteht in sozialen Netzwerken ein aggressives Klima, welches auch Gewaltakte im realen Leben verursachen kann. Um das zu verhindern hat jede*r die Möglichkeit sich aktiv gegen Hass im Netz auszusprechen. Hier sind einige Tipps: 

Sich der eigenen Verantwortung bewusst werden

Tragen Sie Mitverantwortung und achten Sie selbst darauf, dass weder Rassismus, Sexismus noch Hass einen Platz im Netz finden. Die Äußerungen von Unruhestifter und Hetzer sollen nicht dazu führen, dass sich immer mehr Menschen aus Sorge vor Gewalt von der Nutzung des Internets zurückschrecken. Daher gilt es Zivilcourage zu zeigen – im Netz aber auch offline.

Das Recht, sich einzumischen

Nehmen Sie Stellung für eine aufgeschlossene und respektvolles Miteinander. Deuten Sie andere Personen auf rassistische Beiträge hin. Machen Sie sich selbst ein Bild, sprechen Sie sich gegen Hass im Netz aus und wehren Sie sich auch mal mit reflektierten Worten. Dadurch haben Rassisten und Menschenfeinde nicht den Eindruck, dass sie im Rahmen einer lautlosen Majorität agieren.

Mit Respekt surfen

Beachten Sie die Netiquette und einen angemessenen Umgangston. Denn auch Wörter können anderen schaden. Aggressiv klingende Ausdrücke sollten deshalb vermieden werden. Überprüfen Sie auch angeblich spaßige Internetseiten, um sicherzustellen, dass die Witze nicht zu Lasten von anderen gemacht werden. Diskriminierung ist niemals lustig! Seien Sie zudem bedacht, keine Sprachmuster zu verwenden, die ein Vorurteil enthalten (z.B. “Das Boot ist voll.”).

Schauen Sie genau hin

Manchmal sind Hassreden kaum zu erkennen. Es kommt vor, dass absichtlich falsche Aussagen verbreitet werden oder Hate Speech sich als Ironie tarnt. Gerade rechtsextreme Gruppen verbreiten über soziale Medien menschenverachtende Aussagen. Handeln Sie kritisch und hinterfragen Sie Quellen und Profile. Adde Sie nur die Personen, die Sie wirklich kennen und denen Sie vertrauen.

Auf sich Acht geben

Wenn Sie mit Hasskommentaren umgehen, passen Sie immer auf sich selbst auf. Im Netz gibt es Menschen, die sehr skrupellos agieren und ihre Hassbotschaften möglichst großflächig verbreitet wollen. Falls Ihnen einige Beiträge von solchen hartnäckigen Störenfrieden zu nahe kommen, sollten Sie sie diese umgehend melden, löschen oder blockieren. Riskieren Sie in solchen Momenten keine unnötige Gefahr. Machen Sie von den Konversationen oder hasserfüllten Kommentaren immer ein Screenshot. Nur so haben Sie die nötigen Beweise zur Hand.

Hilfe beanspruchen

Falls Sie verunsichert sind dann suchen Sie das Gespräch. Reden Sie mit Vertrauenspersonen und bitten diese um Unterstützung. Es gibt zudem zahlreiche Internetseiten, die ihre Hilfe anbieten.